Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Dass Wünschen hilft, daran glaubt Anneliese W. schon lange nicht mehr. Ist doch gerade ihr dringendster Wunsch nicht in Erfüllung gegangen: Ihre Tochter möge das Krebsleiden überleben.
Doch im Sommer ist die Tochter gestorben, in Italien, wo sie gelebt und sich trotz der Ferne immer um die Mutter in München gekümmert hat. Frau W. wischt sich die Tränen aus den Augen, nun ist auch ihr zweites Kind tot, den Sohn musste sie schon vor zehn Jahren begraben.
Nie hat die gebürtige Münchnerin große Sprünge machen können. „Die Ehe mit meinem Mann war a nix“, sagt sie. Nach der Scheidung 1964 zog sie die beiden Kinder allein groß, hielt die Familie mit Schneidern und Putzen über Wasser. Heute bekommt sie zur Mini-Rente aufzahlende Grundsicherung vom Sozialamt und muss jeden Cent umdrehen. „Ich bin gwöhnt, dass ma net so umhaun kann“, sagt sie und ist dankbar, wenn ihr die „Tafel“ Gemüse, Brot und Eier vorbeibringt.
Vor einigen Jahren ist die 89-Jährige in der Trambahn gestürzt und hat sich mehrere Wirbel angebrochen. Seither geht sie gebückt und unsicher und fällt öfter hin. Trotz Behinderung und hohem Alter schafft sie es, sich und den Haushalt zu versorgen. Ihrer Freundin schuldet sie noch 300 Euro. Das Geld hat sie sich geliehen, um im Juli Hals über Kopf nach Italien zu fliegen, ans Sterbebett ihrer Tochter.
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(SZ vom 17.12.09)