Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)
Philipp hatte ein inniges Verhältnis zu den Zwillingen. Die sind vor einem Jahr auf die Welt gekommen, und sie sind, sobald sie krabbeln konnten, immer
zu ihrem großen Bruder gekommen.
Der lag oft im Bett oder auf der Couch, und er hat sich gefreut. „Er hat sie über alles geliebt“, sagt seine Mutter. Philipp ist nur 13 Jahre alt geworden. Der Junge hatte Krebs, vor sechs Jahren haben die Ärzte die Krankheit diagnostiziert, seither musste er alle paar Monate in die Klinik, seither bangte seine Familie. Im Sommer ist Philipp eingeschlafen, zu Hause. „Wir sind den letzten Weg gemeinsam gegangen“, sagt seine Mutter, Monika Hartl. Sie ist froh, dass er nicht noch länger leiden musste. „Ich möchte nicht, dass ihr weint“, hat Philipp gesagt.
Der Tod eines Kindes tut nicht nur unendlich weh, er reißt auch ein tiefes Loch in die Kasse einer Familie, die ohnehin wenig hat. Eine würdige Beerdigung und ein schöner Grabstein kosten Tausende Euro. Die Hartls sind eine Patchworkfamilie, sie leben mit fünf Kindern in einer bescheidenen Wohnung, der Älteste ist 15. Martina, zwölf, eine von Herrn Hartls Töchtern aus erster Ehe, ist im Sommer zu ihnen gezogen, sie wollte es so. Aber die Hartls haben bisher nicht das Geld, der Tochter ein Bett und einen Schrank zu kaufen. „Dabei wäre es so wichtig für das Kind, komplett in die Familie integriert zu sein“, sagt ihre Stiefmutter. Bis sie sich das leisten können, wird Martina weiter auf einer Gartenliege schlafen.
Sie sparen, wo sie können, oft gibt es Nudeln oder Kartoffeln, das ist günstig. Hin und wieder wollen die Eltern den Kindern einen Kinobesuch ermöglichen, oder dass sie nicht zu Hause bleiben müssen, wenn ein Freund sie zum Kindergeburtstag einlädt. Ein Wochenende in den Bergen aber, das ist vorerst ein weit entfernter Traum. Frau Hartl arbeitet ganztags im Büro, ihr Partner hat Erziehungsurlaub genommen. Er will seine Zwillinge aufwachsen sehen, will nicht wieder alles verpassen, wie bei seinen älteren Kindern. Als U-Bahnfahrer hatte er Schichtdienst. Nebenher arbeitet der Vater jetzt ein paar Stunden die Woche, er muss ja auch noch Unterhalt zahlen. „Es funktioniert“, sagt der Vater. „Es muss ja funktionieren.“
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(24.12.09)