SZ Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung

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10.12.2009

Der Traum von einem Tag am Meer

Eine schwerbehinderte Frau im Rollstuhl mit Kind – manchen
Menschen erscheint das offenbar so ungewöhnlich, dass sie beide unverhohlen
anstarren. Aber Kathleen S., 29, von Geburt an behindert, ist selbstbewusst
genug, um zu sagen: „Ich muss mich doch nicht verstecken.”



Den Leuten, die sie im Bus angegafft haben, „denen habe ich gewunken, da haben sie dann weggeguckt”. Dabei ist es nicht immer einfach für die alleinerziehende Mutter einer Zehnjährigen: „Ich kann zwar die Schmuseaktion machen und für meine Tochter da sein, aber rumtoben oder mit ihr Schlittschuhlaufen gehen, das muss jemand anderer mit ihr machen.” Manchmal, sagt Kathleen S., falle es ihrer Tochter sehr schwer, mit der Behinderung der Mutter klarzukommen, „das geht ihr sehr im Kopf rum”.
Bevor Kathleen S. im Jahr 2001 nach München kam, hat sie eine Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation absolviert. Bei der Stiftung Pfennigparade, wo sie in einer der Wohngruppen lebte, holte sie das Abitur nach. Auf ein Studium verzichtete sie, „meine Kleine hat Vorrang”, erzählt die Mutter, die zusätzlich zu der kleinen Rente Grundsicherungsleistungen vom Sozialamt erhält. Vor fünf Jahren konnte Kathleen S. eine Wohnung beziehen und ihre Tochter, die zuvor bei der Oma lebte, wieder zu sich holen. „Sie versucht, von Tag zu Tag eine noch bessere Mutter zu werden”, sagt die Bezirkssozialarbeiterin. Wegen der Behinderung stehen Kathleen S. acht Helferstunden täglich zu, doch weil das kaum reicht, „bleiben meine Helfer freiwillig und unbezahlt oft länger”. Rente und Grundsicherung decken nur die laufenden Lebensunterhaltskosten ab, „Frau S. und ihre Tochter können sich zusammen sehr wenig leisten”, erklärt die Sozialarbeiterin.
So wagt denn auch Kathleen S. kaum, von ihrem „größten Wunsch” zu erzählen: „Einfach mal ans Meer fahren mit meiner Tochter, das kennt sie nicht.” Aber um dort ein paar schöne Tage verbringen zu können, bräuchte sie Geld, das sie nicht hat: Um einen Kleinbus zu mieten, in den sich ihr schwerer Elektrorollstuhl einladen lässt, um einen Helfer mitzunehmen und um die Übernachtungen in einer behindertengerechten Pension zu bezahlen.

Wer helfen will, wird um ein Geldgeschenk gebeten, das überwiesen oder Montag bis Donnerstag von 9.30 bis 18 Uhr sowie Freitag und Samstag von 9.30 bis 16 Uhr im SZ-Servicezentrum, Fürstenfelder Straße 7, eingezahlt werden kann.

Unser Spendenkonto:
„Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung e. V.” Stadtsparkasse München
Kto.-Nr. 600 700
(BLZ 701 500 00)

Spenden für das SZ-Hilfswerk sind steuerlich abzugsfähig; bis 200 Euro reicht der vereinfachte Nachweis. Bei Spenden in Höhe von mehr als 200 Euro senden wir die Spendenbestätigung zu, sofern auf der Überweisung der Absender vollständig angegeben ist. Jede Spende wird voll dem guten Zweck zugeführt. Alle Kosten trägt der Süddeutsche Verlag.

(SZ vom 10.12.2009)