SZ Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung

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Bis 200 Euro reicht der vereinfachte Spendennachweis zur Vorlage beim Finanzamt (siehe Formulare)

16.01.2010

Hilfe für arme, kranke, behinderte und alte Menschen

"Ein riesiges Dankeschön an die Leser"

Trotz der Wirtschaftskrise ist die Bereitschaft der SZ-Leser, armen, kranken
und behinderten Menschen zu helfen, weiterhin hoch: Auch bei der 61. Hilfsaktion des „Adventskalenders für gute Werke der Süddeutschen Zeitung“ sind wieder mehr als fünf Millionen Euro an Spenden eingegangen.



„Dadurch können wir vielen Menschen mit oft kleinen Beträgen eine große Last abnehmen“, sagt Adventskalender-Geschäftsführerin Claudia Strasser: „Dafür danken Vorstand und Geschäftsführung den Lesern von Herzen.“ Die gesamte Summe, 5,09 Millionen Euro, geht ohne jeglichen Abzug in die Hilfe für Bedürftige, denn sämtliche Kosten für die Aktion trägt der Süddeutsche Verlag. „Meinem Sohn und mir fehlen ehrlich gesagt die richtigen Worte“, schrieb eine Mutter, als sie erfuhr, dass ihr sexuell missbrauchter Sohn dank der Hilfe der SZ-Leser die für ihn so wichtige Psychotherapie wird fortsetzen können. „Die Freude darüber war riesengroß“, heißt es in dem Brief. „Ein riesengroßes Dankeschön an alle Leser, die so großzügig gespendet haben. Wunderschön, dass es sie alle gibt.“
Kranke Kinder, Alleinerziehende, alte und einsame Menschen sowie Familien in Not bildeten in diesem Jahr die Schwerpunkte der Adventskalender-Reportagen im Münchner Teil. Die Landkreis- Ausgaben der SZ trugen mit eigenen Aufrufen zum Erfolg der Aktion bei. „Ich bin zutiefst dankbar, dass uns unsere Leser gerade in diesen schwierigen Zeiten die Treue halten“, betont Claudia Strasser. „Nur mit ihren Spenden können wir wieder ein Jahr lang viel Leid lindern helfen.“ Die Bitten um Hilfe nähmen in den letzten Jahren immer mehr zu. Viele Menschen wüssten nicht, wie sie „die Kosten für Heizung, Strom, eine neue Waschmaschine, eine Matratze oder Zahnersatz von einer geringen Rente oder dem Arbeitslosengeld II bezahlen sollen“. Der Adventskalender hilft mit Einkaufsgutscheinen, verschickt 4000 Lebensmittelpakete, verteilt Ferien- und Familienpässe und zahlt Mittagstische nicht nur für Schüler, sondern auch für alte Menschen. „Das alles können wir nur tun, weil unsere Leser sich mit den Armen solidarisch zeigen“, betont Claudia Strasser.
Die mit Abstand höchste Spende kam von der Stadtsparkasse München, 250.000 Euro für die Aktion „Sport für alle Kinder“. Knapp 2200 Leser fanden den Weg ins SZ-Servicezentrum in der Fürstenfelder Straße 7 und zahlten insgesamt rund 440 000 Euro ein. Eine ältere Frau erzählte, dass sie schon als Kind mit ihren Eltern immer zu Weihnachten zur SZ zum Spenden gekommen sei und die Tradition beibehalten habe: „Ohne eine Spende für den Adventskalender ist Weihnachten nicht komplett.“ Eine Gruppe von Freunden organisiert alljährlich eine private Weihnachtsversteigerung und zahlt deren Erlös ein. Ein kleiner Junge, dessen Eltern mit ihm jeden Tag die Spendenaufrufe gelesen haben, übergab 30 Euro, angespart aus seinem Taschengeld. Die Mitarbeiter des bayerischen Volkshochschulverbandes brachten ein Sparschwein – statt Geschenken zum Geburtstag wurde dort gespendet.
Auch ein Hochzeitspaar wollte aus dem gleichen Grund nur Geld sehen. Ein Münchner las in der Karibik die Geschichte einer Familie, die nach dem folgenschweren Atemstillstand beim Vater in Not geraten war, und organisierte noch von dort Unterstützung: Die Kinder bekamen Freikarten und Fanartikel vom FC Bayern und können sich bei einem Schuhhaus neu ausstatten. Ein junger Klavierstimmer wird für eine andere Familie kostenlos tätig. Ein Junge, der im Rollstuhl sitzt, bekommt vom BMW Museum eine exklusive Führung. Und ein Bestattungsunternehmen hat angeboten, die Kosten für ein Grabdenkmal zu übernehmen, das sich der Sohn einer vor kurzem gestorbenen alleinerziehenden Mutter gewünscht hat. Galeria Kaufhof erfüllte zusammen mit wohltätigen Kunden mehr als 200 Kindern Wünsche, die sonst keine Geschenke bekommen.
Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder dankte für die Übernahme des Hort-Essensgelds: „Dieses Weihnachtsgeschenk bedeutet für uns eine große monatliche Entlastung gerade zur rechten Zeit. Ich hoffe, dass ich nach abgeschlossener Umschulung wieder auf eigenen Beinen stehen kann.“

(SZ vom 16.01.10)